Spatenstich für das neue Laborgebäude v.l.n.r.: Ing. Edith Römer (SALK), Univ.-Doz. Dr. Markus Hell (KH Hygiene), Univ.-Prof. Dr. Otto Dietze (UK f. Pathologie), Dr. Klaus Offner (LKH Wirtschaftsdirektor), Univ.-Prof. Dr. Heinrich Magometschnigg (LKH Ärztlicher Direktor), Uwe Nündel (Blutspendedienst Rotes Kreuz), Dr. Monika Bender (Division Mikrobiologie), Architekt Thomas Pucher, Univ.-Prof. Dr. Eva Rohde (PMU Vizerektorin und Primaria UK f. Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin), Dr. Janne Cadamuro (UI für Medizinisch-Chemische Labordiagnostik), Doz. Dr. Paul Sungler (SALK Geschäftsführer), Landeshauptmann Stv. Mag. Dr. Christian Stöckl; (Bildrechte SALK/Wild&Team, Abdruck honorarfrei)

 

 

Nach einem zweistufigen Architektenwettbewerb wurde das Grazer Architektenteam von Thomas Pucher mit der Einreichplanung sowie der Baurealisierung des siebenstöckigen Laborgebäudes beauftragt. Das Atelier Pucher ist auch Planer der Parkgarage, diese wurde im März dieses Jahres eröffnet. Die Errichtungskosten betragen 42,3 Mio. Euro. Die Bauarbeiten werden Mitte Mai 2015 starten, in der 1. Etappe werden Erdarbeiten und Tiefbohrungen für die Fundamente durchgeführt. Ab Jänner 2016 wird mit dem Hochbau begonnen. Die Fertigstellung ist für das 1. Quartal 2018 geplant, ab diesem Zeitpunkt ist auch die neue Zufahrt zum Universitätsklinikum ausschließlich über die Rudolf-Biebl-Straße geregelt und fertig gestellt.

 

Vorteile eines zentralen Laborgebäudes

 

2006 wurde eine umfassende Analyse der einzelnen Labore in den SALK durchgeführt. Man kam zu einem klaren Ergebnis: Auch aufgrund der weitverzweigten Pavillonstruktur im St.-Johanns-Spital sind die Laborleistungen der SALK sehr teuer. Die baulichen Gegebenheiten eines gemeinsamen Gebäudes und somit die gemeinsame Nutzung der teuren Infrastruktur von medizinischen Geräten der Laboreinheiten sind dringend notwendig.

 

Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Dr. Christian Stöckl betont: „Die derzeitige Laborlandschaft in den SALK bedingt weite Wege und viele medizinische Geräte mussten bis jetzt doppelt angeschafft werden, weil die einzelnen Einheiten zu weit voneinander entfernt liegen. Das ist medizinisch nicht effizient und teuer.“ SALK Geschäftsführer Priv.-Doz. Dr. Paul Sungler ist hoch erfreut und sagt: „Durch die Errichtung eines zentralen Laborgebäudes ergeben sich viele Vorteile wie beispielsweise eine effizientere Erstellung der Befunde oder die interdisziplinäre Behandlung diagnostischer Fragestellungen innerhalb desselben Gebäudes. Damit wird auch die interdisziplinäre Kommunikation noch mehr intensiviert.“

 

Der strategische Vorteil liegt auch darin, dass Ressourcen im neuen zentralen Laborgebäude geschaffen werden, die gemeinsam mit sämtlichen Universitätskliniken für Forschung und Entwicklung genutzt werden können. PMU Vizerektorin und Primaria der Uniklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin Univ.-Prof. Dr. Eva Rohde erklärt: „Es wird eine klare Trennung von Forschung und Routineprozessen geben. Mit den neuen Räumlichkeiten können wir aber die universitäre Ausbildung und Forschungsprojekte im Laborbereich gut etablieren. Die interdisziplinären Forschungsaktivitäten werden in der Etablierung innovativer diagnostischer und therapeutischer Verfahren münden, die Salzburgs PatientInnen zugutekommen werden.“

 

Heizen und Kühlen mit Beton

 

Das neue Laborgebäude zeichnet sich durch ein spezielles Energiekonzept aus. Eine sogenannte Energiepfahlanlage macht das Heizen und Kühlen mit Beton möglich. Hierfür werden die statisch erforderlichen Bohrpfähle mit bis zu 45 Metern Tiefe vor dem Betonieren mit Kunststoffschläuchen versehen. Sobald die Energiepfahlanlage beim fertig gestellten Laborgebäude in Betrieb geht, entzieht ein flüssiges Wärmeträgermedium dem Erdreich im Winter Wärme und führt diese einer Wärmepumpe zu. Im Sommer wird Wärme aus den abgekühlten Räumen in den Boden eingetragen und für den nächsten Winter gespeichert. Weitere Neubauten auf dem Gelände der SALK können künftig ebenfalls einen Teil ihres Wärmeenergiebedarfs über diese Anlage decken.

 

Lärmschutz für Klinikareal

 

Der neue Laborgebäudekomplex wird entlang der Rudolf-Biebl-Straße im Anschluss an die Parkgarage errichtet. Durch diese lineare Anordnung der beiden Gebäude wird ein vollständiger Lärmschutz entlang der Eisenbahntrasse zum Klinikareal geschaffen.

 

Das zentrale Laborgebäude wurde im Zuge der Einreichplanung für die Parkgarage als zweiter Projektabschnitt für das Haus B (Gebäudekomplex entlang der Rudolf-Biebl-Straße im Anschluss an die Parkgarage) geplant. Aufgrund der ungeklärten Finanzlage des Landes wurden im August 2013 die Detail- und Ausführungsplanungen für das Laborgebäude vorerst ausgesetzt und im Juni 2014 laut Regierungsbeschluss mit Zustimmung aller Regierungsmitglieder wieder aufgenommen.