Über den Notruf meldete eine Anrainerin am 17. Jänner 2016, gegen 4.17 Uhr, dass sie in der Nähe ihres Wohnhauses aus dem Bereich der Wagrainerache mehrmals Hilferufe gehört habe.

Drei Polizeibeamte, davon ein Polizeischüler in der Praxisphase, begaben sich über die Färbergasse zum Kraftwerk Wagrain- St. Johann. Aufgrund von Neuschnee stellten die Beamten den Streifenwagen vor einem Schranken ab und machten sich zu Fuß in Richtung Wagrainerache. In den Morgenstunden herrschte starker Schneefall und das Außenthermometer des Fahrzeuges zeigte minus 4 Grad an. Nach wenigen Metern bemerkten die Polizisten leicht zugeschneite Schuhspuren und folgten diesen etwa eineinhalb Kilometer in unwegsamem Gelände Richtung Wagrain. Durch laute Rufe machten die Beamten auf sich aufmerksam, diese Rufe wurden jedoch vorerst nicht erwidert. Ca. 150 Meter nach dem Kraftwerk verliefen die Schuhspuren Richtung Ache und wieder zurück. Nach weiteren 100 Metern hörten die Polizisten schließlich leise Hilferufe. Die Beamten folgten den Rufen und fanden einen 23-jährigen Einheimischen im Schnee liegend. Der Mann war augenscheinlich alkoholisiert, deutlich unterkühlt und klagte, dass er kein Gefühl mehr in den Armen habe. Da eine schnelle und rasche Rettung des Mannes so nicht möglich war, trugen die Polizisten den Unterkühlten schließlich mit Bergegriffen den gesamten Weg zurück zur Färbergasse. Dort übergaben die Retter den Einheimischen einem bereits verständigen Rettungswagen. Das Rote Kreuz brachte den Mann in das Krankenhaus Schwarzach. Laut Auskunft stellten die Ärzte Prellungen und eine starke Unterkühlung fest. Warum der Mann sich im Gelände verirrt hat, ist noch unklar.