Bäuerinnen und Bauern informierten an 30 Standorten in NÖ über landwirtschaftliche Leistungen und regionale Produkte.

 

„Beste Qualität. Da schaun’n wir drauf! Du auch? – diesen Leitgedanken wollten wir den Konsumentinnen und Konsumenten mit einem landesweiten Info- und Aktionstag sympathisch verdeutlichen“, erläuterte NÖ Bauernbundobmann NAbg. Hermann Schultes am Samstag in Gänserndorf. An 30 Standorten, vor Supermärkten und Bauernläden sowie auf Shopping-Meilen, Stadt- und Ortsplätzen und vor Einkaufszentren, haben am 16.4. 2016 rund 480 Bäuerinnen und Bauern in allen Bezirken Niederösterreichs das direkte Gespräch mit den Kundinnen und Kunden gesucht – und diese über den echten Wert und Preis heimischer hochqualitativer Lebensmittel informiert. In Summe konnten die Bäuerinnen und Bauern mit ihrer Infokampagne am Samstag niederösterreichweit rund 42.000 Konsumentinnen und Konsumenten ansprechen.

Im Hintergrund wirken die aktuell äußerst niedrigen Erzeugerpreise für die heimische Landwirtschaft, speziell im Milch- und Fleischbereich. So kostet ein Kilo Schweinekotelettfleisch im Handel aktuell um die 4 Euro. Der Bauer bekommt dafür gerade einmal 1, 25 Euro und weniger. Vom Liter Vollmilch bleiben dem jeweiligen Milchbauern aktuell gerade einmal 28 Cent. Durch den Preisverfall, insbesondere bei Schweinefleisch, Milch und Gemüse ist die Lage in der niederösterreichischen Landwirtschaft sehr ernst, rund 14.000 bäuerliche Betriebe sind schon in Existenznot.

„Eine gerechte und umweltverträgliche Lebensmittelproduktion ist da nicht möglich, unsere bäuerliche Erzeugnisse müssen wieder mehr wertgeschätzt werden. Höchste Qualität und kleinster Preis passen nicht zusammen, ebenso muss die Herkunft für die Konsumenten klar ersichtlich sein, um ihnen die Kaufentscheidung zu erleichtern“, erklärt Schultes, der selbst vor einem Supermarkt in Gänserndorf, gemeinsam mit Bezirksbäuerin Christine Zimmermann, Landjugendleitern Sandra Zehetbauer und Bezirksbauernkammer-Obmann Manfred Zörnpfenning und vielen weiteren Bäuerinnen und Bauern, mit den Kunden diskutiert und Infobroschüren verteilt hat: „Wir haben auf sympathische Art auf unsere großen Probleme aufmerksam gemacht. Unsere qualitätsvollen Lebensmittel haben einen Wert und stehen für die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern, die auf die Partnerschaft mit verantwortungsbewussten Kunden angewiesen sind. Und erfreulich ist, dass die Antwort der Konsumenten sehr positiv ist.“

Klar ist aber auch: Jeder Konsument entscheidet bei seinem Einkauf im Supermarkt wie im Bauernladen darüber, welche Produkte eine Berechtigung im Regal haben und ob die kleinstrukturierte österreichische Landwirtschaft überleben kann. Österreich ist frei von Gentechnik bei Milch, Ei und Geflügel. Österreichische Lebensmittel werden zum weitaus größten Teil auf Familienbetrieben nach den europaweit höchsten Tierschutzstandards produziert.

Gleichzeitig hat der Niederösterreichische Bauernbund seine landesweite Kampagne unter dem Motto „Da schau’n wir drauf!“ gestartet: Mit 4000 Feldaufstellern, 5000 Hoftafeln soll auf die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern für die Gesellschaft direkt vor Ort, sprich vom Feld bis in die Verkaufsregale, hingewiesen werden. „Mit vielen Aktionen wollen wir bei den Konsumentinnen und Konsumenten das Bewusstsein und das Bekenntnis zu gesunden, regionalen und nachhaltig produzierten Lebensmitteln wecken – denn Qualität ist für uns mehr als nur ein Wort und wert, dass sie auch gekauft wird“, so Obmann Schultes gemeinsam mit Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner: „Deswegen investieren die 40.100 bäuerlichen Betriebe in Niederösterreich viel Arbeit, Erfahrung und Herzblut in ihre Lebensmittel und Produkte.“

Gleichzeitig sichert die kleinstrukturierte Landwirtschaft im flächenmäßig größten Bundesland zusätzliche 130.000 Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Bereichen.