Mit 1. Mai 2026 tritt in Österreich eine umfassende Reform der Straßenverkehrsordnung für E‑Scooter in Kraft. Die Regierung reagiert damit auf die steigende Zahl von Unfällen, Konflikten im Straßenraum und technische Sicherheitsmängel vieler älterer Modelle. Die Novelle bringt deutliche Verschärfungen – und sorgt bereits jetzt für Kritik von Nutzerinnen, Herstellern und Verleihern.
Blinkerpflicht: Viele Modelle werden unbrauchbar
Kernpunkt der Reform ist die verpflichtende Ausstattung mit gelben Blinkern an den Lenkerenden. Zahlreiche E‑Scooter, die in den vergangenen Jahren verkauft wurden, lassen sich technisch nicht nachrüsten. Für tausende Geräte bedeutet das faktisch ein Nutzungsverbot. Konsumentenschützer sprechen von einer „stillen Entwertung“ funktionierender Fahrzeuge.
Helmpflicht für Jugendliche – strengere Alkoholgrenzen
Neu ist auch eine Helmpflicht für alle unter 16 Jahren. Für Erwachsene bleibt das Tragen eines Helms freiwillig. Deutlich verschärft wird hingegen die Alkoholregelung: Die Promillegrenze sinkt von 0,8 auf 0,5 Promille. Die Behörden begründen dies mit einem „überproportional hohen Anteil alkoholbedingter E‑Scooter‑Unfälle“.
Gehsteige tabu – Mitnahme von Personen verboten
Ab Mai gilt ein striktes Fahrverbot auf Gehsteigen. Die Polizei soll verstärkt kontrollieren, da es in den vergangenen Jahren immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen Fußgängern und E‑Scooter‑Fahrern kam. Ebenfalls untersagt wird die Mitnahme von Personen oder schweren Gegenständen. Erlaubt bleiben lediglich kleine Taschen, die am Körper getragen werden.
E‑Scooter mit Sitz verschwinden vom Markt
Besonders umstritten ist das Verbot von E‑Scootern mit fixem Sitz. Viele Modelle können spätestens ab Oktober weder als Fahrrad noch als Moped typisiert werden und verlieren damit ihre Verkehrszulassung. Händler sprechen von einer „Regelung ohne technische Logik“, die ein ganzes Produktsegment eliminiert.
Fazit
Die neuen Regeln verändern den Alltag vieler E‑Scooter‑Nutzer grundlegend. Ob die Maßnahmen tatsächlich zu mehr Sicherheit führen oder lediglich den Zugang zu einer beliebten Form der Mikromobilität erschweren, wird sich erst nach dem Sommer zeigen.
