Die Alte Schmiede auf der Pernerinsel verwandelte sich gestern Abend erneut in einen Ort voller keltischer Lebensfreude, Musik und winterlicher Traditionen. Bereits zum zweiten Mal fanden die „Schottischen und Irischen Weihnachten“ statt und zogen zahlreiche Besucherinnen und Besucher an, die sich von der besonderen Mischung aus Theater, Musik, Tanz und Kultur begeistern ließen. Während Salzburg vielerorts für seine stimmungsvollen Adventmärkte, allen voran den Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz, bekannt ist, zeigt dieses Event eindrucksvoll, wie vielfältig und international die Vorweihnachtszeit in der Region sein kann.
Keltisches Flair in der Alten Schmiede
In der rustikalen Atmosphäre der Alten Schmiede entfaltete sich ein Abend voller Herzlichkeit und Humor. Die Künstlerinnen und Künstler aus Schottland und Irland gaben nicht nur Einblicke in ihre Heimatkulturen, sondern brachten auch jene unvergleichliche Mischung aus Melancholie und Lebensfreude mit, für die die keltische Musik- und Erzähltradition weltweit geschätzt wird. Dudelsackklänge, irische Stepptänze, traditionelle Balladen und moderne volkstümliche Interpretationen bildeten den musikalischen Rahmen eines facettenreichen Programms.
Eine Vorweihnachts-Komödie voller Witz und Charme
Zentrum des Abends war eine liebevoll inszenierte Komödie in zwei Akten. Die Geschichte führt das Publikum in den rauen Norden Schottlands, nach Castle Ballater, wo sich an einem grauen Novembernachmittag die dunklen Wolken nicht nur am Himmel, sondern auch im Gemüt des Hausherrn zusammenziehen. Lord McTavish, ein traditionsbewusster, jedoch heuer ausgesprochen mürrischer Schotte, kann mit der aufziehenden Adventzeit so gar nichts anfangen.
Zusätzlich sorgt die neue Untermieterin, die temperamentvolle und adrette Aileen McAllister, für Verwirrung auf dem sonst so stillen Castle. Der ohnehin herausfordernde Jahresausklang wird für den griesgrämigen Lord zum wahren Geduldsspiel – und er ist drauf und dran, Weihnachten kurzerhand komplett abzusagen.
Doch hat er die Rechnung ohne seinen treuen Butler James gemacht. Dieser, unbeugsam und tief verwurzelt in schottischer Festtagstradition, sieht es als seine persönliche Mission, den Lord wieder in Weihnachtsstimmung zu bringen. Mit Einfallsreichtum, unerschütterlicher Loyalität und einer ordentlichen Portion schottischen Humors versucht er, die hartnäckige Sturheit seines Arbeitgebers aufzubrechen. Dabei ist ihm jedes Mittel recht – von kleinen Überraschungen über traditionelle Bräuche bis hin zu musikalischen Großoffensiven. Ob er damit erfolgreich sein wird? Das Publikum fiebert mit und lässt sich zugleich köstlich unterhalten.
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