Mit festlicher Stimmung, traditionellen Trachten und dem Duft von gebrannten Mandeln wurde am 19. September der 48. Rupertikirtag feierlich eröffnet. Die Salzburger Altstadt verwandelte sich auch heuer wieder in einen lebendigen Ort des Brauchtums, mit Musik, regionalem Handwerk und buntem Kirtagstreiben rund um den Domplatz.

Der Ursprung des Rupertikirtags reicht zurück ins Jahr 774, als die Gebeine des heiligen Rupert – Gründer der Stadt Salzburg und erster Bischof des Klosters Nonnberg – am 24. September in den Salzburger Dom überführt wurden. Dieser Tag wurde fortan als Rupertitag begangen und entwickelte sich rasch zu einem kirchlichen Hochfest mit wirtschaftlicher Bedeutung.

Bereits im 14. Jahrhundert ist ein Jahrmarkt rund um den Rupertitag urkundlich belegt. Bauern aus dem Umland nutzten den Termin, um ihre Abgaben zu leisten und seltene Waren zu erwerben – von Gewürzen über Stoffe bis zu Südfrüchten. Der sogenannte „Herbst-Dult“ wurde zum zentralen Handelsplatz und Treffpunkt für Stadt und Land.

Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der Rupertikirtag vom Zinstermin zum Volksfest. Schausteller, Musikanten und Gaukler prägten das Bild, das sich bis ins 19. Jahrhundert hinein immer wieder veränderte. Zwischenzeitlich verlegt, unterbrochen durch Kriege und Seuchen, kehrte der Kirtag 1924 endgültig in die Altstadt zurück – und mit ihm die Tradition, Salzburgs Landespatron mit einem Fest für alle zu ehren.

Heute ist der Rupertikirtag ein lebendiges Kulturerbe, das jährlich über 180.000 Besucher anzieht. Zwischen Domplatz, Residenzplatz und Kapitelplatz verschmelzen Geschichte und Gegenwart: Trachten treffen auf Karussells, Blasmusik auf Streetfood, und alte Bräuche auf neue Generationen.

Der Rupertikirtag ist mehr als ein Fest – er ist ein Spiegel der Salzburger Identität. Ein Ort, an dem religiöse Verehrung, städtisches Brauchtum und gemeinschaftliches Feiern seit Jahrhunderten Hand in Hand gehen.

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Red01 / HKrobild