Die Europäischen Verbraucherzentren Deutschland und Österreich warnen vor betrügerischen Schlüsseldiensten

Die Europäischen Verbraucherzentren Deutschland und Österreich warnen vor betrügerischen Schlüsseldiensten

Die Tür ist zu, die Nerven liegen blank und der Schlüsseldienst, den die Suchmaschine vorschlägt, verspricht rasche Hilfe. Auf diese Weise sind bereits viele österreichische Verbraucher an zwielichtige Monteure aus dem Nachbarland geraten. Kaum war die Tür geöffnet, verlangten diese bis zu 1.000 Euro. In der Regel wurde noch vor Ort die sofortige Zahlung gefordert. Teilweise verfügen die deutschen Anbieter nicht über die notwendige Gewerbeberechtigung, um in Österreich tätig zu sein. Erschwerend kam in manchen Fällen hinzu, dass der Schlüsseldienst als Firma gar nicht existierte oder auf der Rechnung eine falsche Adresse angegeben war. Dies macht die Rückforderung des Geldes nahezu unmöglich.

Einige Tipps gegen die Schlüsseldienst-Abzocke:

– Hinterlegen Sie bei einem vertrauenswürdigen Nachbarn oder Bekannten einen Ersatzschlüssel. Alternativ gibt es Dienstleister, welche die Verwahrung von Schlüsseln übernehmen und im Notfall vorbeibringen (Schlüsseldepot/ Schlüsselverwahrung). So brauchen Sie bei Verlust keinen Schlüsseldienst zu beauftragen.

– Kontaktieren Sie nicht den erstbesten Schlüsseldienst, den die Internetrecherche ergibt. Vorsicht ist insbesondere bei Anbietern mit einer 0800-Telefonnummer geboten. Diese agieren meist überregional und sind an einem maximalen Gewinn interessiert. Unseriöse Schlüsseldienste verwenden oft auch einen Zusatz wie ,,AA‘‘ (Aufsperr- und Aufschließdienst), um in alphabethisch sortierten Listen weiter oben zu erscheinen.

– Fragen Sie bereits am Telefon nach dem Preis. Erhalten Sie keine Auskunft, sollten Sie sich besser für ein anderes Unternehmen entscheiden.

– Bezahlen Sie möglichst nur mit Kreditkarte. Mittels „Chargeback“ können Sie sich im Betrugsfall den Betrag von Ihrer Bank zurückerstatten lassen.

– Rufen Sie die Polizei, wenn Sie vor Ort unter Druck gesetzt werden.

– Da ein Vertrag außerhalb von Geschäftsräumen abgeschlossen wird, ist es wichtig, dass man Sie in Textform auf Ihr Widerrufrecht hinweist. Geschieht dies nicht, können Sie den Vertrag theoretisch noch Monate später widerrufen und die Rückerstattung Ihres Geldes verlangen.

Wo findet man seriöse Anbieter?

– Die Wirtschaftskammer (WKO) gibt Auskunft darüber, ob ein Schlüsseldienst eine Gewerbeberechtigung in Österreich hat. Unter der 24h-Hotline 513 513 8 erreichen Sie rund um die Uhr geprüfte Schlüsseldienste.

– Das „Gütesiegel Aufsperrer“ des Kuratoriums für Einbruchsschutz und Objektsicherung (KEO) ist ein weiterer Indikator dafür, ob ein Anbieter seriös ist. Die Mitarbeiter zertifizierter Betriebe tragen einen entsprechenden Ausweis.

Post source : OTS NKI0001

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