17.01.2020 AT: Top-Unternehmensrisiken im Jahr 2020 – Cybergefahr und Betriebsunterbrechung

17.01.2020 AT: Top-Unternehmensrisiken im Jahr 2020 – Cybergefahr und Betriebsunterbrechung

Cyberattacken fordern immer öfter Millionenbeträge – Digitalisierung verschärft Risiko von Betriebsunterbrechungen – Forderungen zum Klimawandel belasten die Wirtschaft.

Bedrohungen aus dem Internet machen Österreichs Unternehmen derzeit die größten Sorgen. Gleichauf mit dem Cyberrisiko liegt erstmals auch die Gefahr einer Betriebsunterbrechung an der Spitze der Risiken für die Geschäftstätigkeit. Dies geht aus dem aktuellen „Allianz Risk Barometer“ hervor, bei dem mehr als 2.700 Experten aus 102 Ländern nach ihrer Risikoeinschätzung gefragt wurden. Die Sorge vor rechtlichen Veränderungen im Wirtschaftsumfeld nimmt Platz drei im österreichischen Ranking ein. Zum ersten Mal unter den Top 10-Bedrohungen für die Wirtschaft findet sich auch der Klimawandel mit seinen möglichen Auswirkungen.

Betriebsunterbrechungen mit vielfältigen Ursachen

49 Prozent der befragten Wirtschaftsexperten in Österreich sehen Betriebsunterbrechungen als eine der größten Gefahren für Unternehmen an. Die Ursachen reichen von Bränden, Explosionen oder Naturkatastrophen über Ausfälle in digitalen Lieferketten bis hin zu politischer Gewalt. „Heutzutage ermöglichen digitale Lieferketten und Plattformen eine vollständige Transparenz und Rückverfolgbarkeit von Waren. Ein Brand in einem Rechenzentrum, eine technische Panne oder ein Hacker-Angriff können jedoch teure Ausfälle für mehrere Unternehmen gleichzeitig verursachen, die alle dasselbe System nutzen und nicht schnell zu manuellen Prozessen zurückwechseln können“, betont Stefanie Thiem, CEO der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) in Österreich. Unternehmen seien außerdem zunehmend den Auswirkungen von Terroranschlägen, Aufständen oder Unruhen ausgesetzt, wie im vergangenen Jahr beispielsweise in Hongkong, Chile, Bolivien, Kolumbien und Frankreich. Dies führte zu erheblichen Sachschäden und Umsatzverlusten, da Geschäfte monatelang geschlossen waren, Kunden und Touristen fern blieben oder Angestellte aus Sicherheitsgründen nicht an ihren Arbeitsplatz kamen.

Cyberattacken als weltweites Top-Risiko

Als weltweites Top-Risiko für Unternehmen aller Branchen und jeder Größenordnung gelten mittlerweile Cyber-Vorfälle. Firmen sehen sich mit immer gewaltigeren Datenskandalen, Cybererpressung und Spoofing (Identitätstäuschung) konfrontiert. Hinzu kommen erhebliche Strafzahlungen aufgrund strengerer Datenschutzbestimmungen sowie Schadenersatzklagen. Ein großer Datendiebstahl – mit mehr als einer Million Datensätze – kostet heute durchschnittlich 42 Millionen Dollar, und damit um acht Prozent mehr als im Vorjahr.* „Cyberattacken verursachen immer größere Schäden. Ransomware-Angriffe richten sich zunehmend gegen große Unternehmen, und die Erpressungsforderungen steigen. Vor fünf Jahren ging es um einige zehntausend Euro, heute fordern Cyberkriminelle immer öfter Millionenbeträge“, berichtet AGCS Österreich-Experte Severin Gettinger.

Klimawandel schafft zusätzliche Risiken

Neben den Cybergefahren werde der Klimawandel zur großen Herausforderung für Unternehmen im neuen Jahrzehnt, ist man bei der Allianz überzeugt. Wenn sich Vorstände und Risikomanager nicht ausreichend mit Cyber- und Klimarisiken beschäftigen, könne dies die operative Leistung, die Finanzergebnisse und die Reputation ihrer Unternehmen maßgeblich beeinträchtigen. Immerhin steigt das Bewusstsein für die Klimabedrohung in den Unternehmen, diese liegt mittlerweile auf Rang Sieben im internationalen Allianz Risk Barometer und auf Platz Zehn in Österreich. 12 Prozent der hierzulande befragten Experten zählen den Klimawandel bereits zu den drei größten Risiken für die Wirtschaft. Befürchtet werden vor allem Sachschäden infolge längerer Dürrephasen, heftiger Stürme und massiver Überschwemmungen. Gefährdet sind Fabriken ebenso wie weltweite Transport- und Lieferketten sowie Energienetzwerke „Werden seitens eines Unternehmens keine Maßnahmen für eine klimafreundliche Ausrichtung des Geschäfts ergriffen, ist künftig mit regulatorischen Eingriffen, aber auch mit entsprechenden Reaktionen von Kunden, Aktionären und Geschäftspartnern zu rechnen“

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